Standesgemäß hat die Nummer 1 der Forstmaschinenbranche, John Deere, seine neue Fowarder- und Harvester-Serie dem Fachpublikum präsentiert. Am 28. und 29. Mai 2008 kamen über 600 Händler, Großkunden und Fachjournalisten nach Lahti in Finnland, um am Fuß der weltbekannten Skisprungschanzen die Enthüllung der E-Serie mitzuerleben. Für John Deere Marketing- und Vertriebs-Direktor Arne Bergmann sind die neuen E-Modelle, die in Lahti erstmals als Harvester 1270 E und 1470 € sowie als Forwarder 1510 E gezeigt wurden, ein technischer Fortschritt, wie er bei Forstmaschinen letztmals in der ersten Hälfte der 90er Jahre stattgefunden hat. Dies gilt in erster Linie für den Forwarder. Am auffälligsten ist die Drehkabine. Je nach Betriebsmodus dreht sich der Arbeitsplatz des Forstunternehmers automatisch oder manuell gesteuert mit dem Kran mit. Im Gespräch mit Arne Bergmann bekommt man aber den Eindruck, dass neben der Drehfunktion die automatische Nivellierung der Kabine entscheidend ist (Forwarder: 10° Seitenneigung, 6° nach vorne und hinten; Harvester: 17°/10°). Die Fortschritte in der Steuerungstechnik der vergangenen Jahre sind offensichtlich, wenn man den Forwarder im Gelände arbeiten sieht. Ohne ruckartige Bewegungen und ohne Zeitverzögerung gleicht die Kabine Bodenunebenheiten aus. Die optimalen ergonomischen Verhältnisse sollen für einen Produktivitätssprung sorgen. Höhere Rückeleistungen sind global in der Holzernte eines der wichtigsten Themen. Dies gelte nicht nur für Mitteleuropa, mit seinen immer weiter sinkenden Entgelten für die Forstunternehmer. "Bis jetzt wurden alle Forwarder nach dem Konzept der ÖSA- und Lokomo-Maschinen gebaut", sieht der Marketingmanager die Zeit reif für eine Revolution. Als eben solche bewirbt man bei John Deere die neuen Modelle.
Wem eine dreh- und nivelierbare Forwarderkabine nicht genug Veränderung ist, der kann diese auch als Auftakt für einen Prozess für Leistungsverbesserungen beim Forwarder sehen, der sich über viele Jahre erstrecken wird. "Ein Beispiel könnten automatisierte Kräne sein", fand der John Deere Marketing-Chef in Lahti Zeit, über längerfristige Vorhaben zu sprechen. Ein Entwicklungsschwerpunkt könnte auch die optimale Auslastung der Ladekapazität in Kombination mit einem Fahrerinformationssystem sein. "Der Fahrer könnte die Zuladung maximieren, wenn er gleichzeitig informiert wird, dass er bei zu rauem Gelände die Fahrtgeschwindigkeit reduzieren soll, um die Maschine nicht zu überstrapazieren", ist für Arne Bergmann eine Art mitdenkender Forwarder eine Zukunftsvision.
John Deere hat die Prototypen der E-Serie 2007 gebaut und nun über ein Jahr getestet. Der Zeitplan sieht den Produktionsbeginn der Serienmaschinen für Dezember 2008 (1470E, 1270 E) und Februar 2009 (1510 E) vor. Bei den Forwardern werden später die Modelle 810 E, 1010 E und 1110 E folgen. Eine Neuauflage erfährt der 1210 E. Top-Modell wird der 1910 E werden.
Bei den Harvestern werden ein 1070 E in Vierrad- und Sechsrad-Version die bereits vorgestellten Modelle ergänzen. "Der Markt für Starkholz-Harvester ist global gesehen zu klein", verneint Bergmann eine Erweiterung der Modellpalette über den 1470 E hinaus. Das bislang kleinste Harvestermodell, der John Deere 770, wird zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in die E-Serie integriert. "Es wird aber einen Nachfolger geben, sagte Arne Bergmann am Rande der Praxisvorführungen.
Neben den Kabinen, die erstmals einheitlich für Harvester und Forwarder aus dem deutschen John Deere Kabinenwerk in Bruchsal geliefert werden, gab es in Lahti aber auch neue Harvesteraggregate, Krane und Steuerungssysteme. Das neue TimberMatic Steuer- und Messsystem schaffen eine Arbeitsumgebung, die den Fahrer entlastet, so dass während der gesamten Schicht entspannt und produktiv gearbeitet werden kann. Die neue TimberMatic H-09- (Harvester) und F09-Benutzerschnittstelle (Forwarder) bietet eine vollständig integrierte Maschinendiagnose, integrierte Aufarbeitungsanweisungen sowie Multimedia-Hilfefunktionen. Beim Forwarder gibt es alternativ den Systembildschirm CommandCenter™, der die wichtigsten Parameter einzeigt.
Neu im Programm ist das Harvesteraggregat H414, das speziell für den 1170 E entwickelt wurde. Es ordnet sich zwischen die bekannten Modelle H754 und H480 ein. Das 1000 kg schwere Vierwalzen-Modell baut durch einen neunen Rahmen schmaler. Ziel war es, die Entastungsqualität bei kleinen Stammdurchmessern und die Haltekraft bei dicken Bäumen zu verbessern. Die Walzenarme sind neu konstruiert und verfügen über seitliche Abdeckung, um den verbleibenden Bestand nicht zu beschädigen und die walzen vor Steinen zu schützen. Die Sägebox ist mit dem zweiteiligen Tiltrahmen verschweißt, der Sägeschnitt erfolgt zu 100% gerade.
In Deutschland werden die Neuheiten auf der KWF-Tagung in Schmallenberg nächste Woche gezeigt.
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