ELDAT gute Basis - aber nicht ausreichend

  • juillet 30, 2007
  • • Source: IHB Fehrle
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ELDAT Warenwirtschaftssysteme ArtikelnummerDen Artikel 'Holz' weltweit eindeutig definieren? Auf Initiative des Tiroler Holzwerkstoffherstellers Egger berieten am Freitag, den 27. Juli über 40 Waldbesitzer und Sägewerksvertreter in Rohrdorf (Obb.) neue Konzepte der Zusammenarbeit für Warenwirtschaftssysteme. Unter dem Namen CoSeMat hat Egger eine EDV-taugliche Nomenklatur für alle Holzsortimente entwickelt. Ziel: ein deutlich besserer und günstigerer Informationsfluss über Holzlieferungen vom Wald bis in die Säge-, Spanplatten- und Papierwerke und wieder zurück zu den Waldbesitzern. Mit einer einheitlichen Artikelnummer können alle Vertragsinformationen über eine Internet-Plattform abgewickelt werden. Über die einheitliche Sprache können alle Daten elektronisch versendet und bearbeitet werden. Es entstehen weniger Fehler, die Kosten sinken.
Eines wurde aber in Rohrdorf mehr als deutlich: das bisherige ELDAT-System ist eine gute Basis, erfüllt aber nicht die Anforderungen der EDV- und Logistik-Experten der Holzindustrie. So sprach Klausner Logistik-Experte Ekkerhard von Bodelschwingh von einem "stark aufgeweichten Standard." Kurt Pikl, bei Egger verantwortlich für das CoSeMat-Projekt, hält ELDAT "aus EDV-Sicht für suboptimal." Allerdings führe an der in europaweit einzigen, einheitlichen Schnittstelle kein Weg vorbei.
Die von Egger in Zusammenarbeit mit der Holzindustrie Pfeifer entwickelte Artikelnummer beinhaltet alle preisrelevanten Informationen: Holzart, Sortiment, Güte und Stärke. "Für die optimale Abwicklung des Holzeinkaufs in einem Warenwirtschaftssystem benötige ich nur drei Informationen: Artikelnummer, Stückzahl und Kubatur", betonte Ingomar Kogler, bei der Holzindustrie Pfeifer verantwortlich für die EDV. Für Egger und die Holzindustrie Pfeifer steht die rationelle Zusammenarbeit mit Privatwaldbesitzern im Vordergrund. "Wir wollen nicht nur mit den 10 größten Waldbesitzern einen Datenaustausch, sondern den kleinen Waldbesitzern die Vorteile eines EDV gestützten Warenwirtschaftssystems bieten", betonte Egger Projektleiter Kurt Pikl. Er will verhindern, dass es für jeden großen Holzverkäufer eine eigene Schnittstelle konstruiert wird. Die Kosten wären von keinem der an der Wertschöpfungskette Holz beteiligten Marktpartner zu tragen. ELDAT lasse diese bilateralen Vereinbarungen zu, kritisierte Pikl.

CoSeMat baut auf 3 Säulen auf:
1. Dem standardisierten Materialstamm, der CoSeMat-Nummer. Diese besteht aus einer Kombination der Holzarten und der Qualitätsmerkmale auf ELDAT-Grundlage
2. Der standardisierten Partner-Nummer, einer weltweit gültigen Nummer für jeden Forst- und Industriebetrieb
3. Der elektronischen Plattform, mit der ein standardisierter Datenaustausch organisiert wird. Auf der Plattform finden sich in der ersten Projektphase Einzelstammprotokoll der Sägeindustrie inklusive Qualitätsfotos, Wiegeprotokolle der Holzwerkstoffindustrie, Gutschriftsdaten mit Einzellieferscheindaten

Für Pikl steht der Informationsfluss von der Holzindustrie zum Waldbesitzer im Vordergrund. "Jeder der von der Holzindustrie eine Gutschrift bekommt, soll in dem System sein", zog er in Rohrdorf die Abgrenzung zwischen forstlichen Zusammenschlüssen und einzelnen Waldbesitzern.
Das Portal soll bis Ende 2007 mit ausgewählten Partnern startklar sein. Mit einheitlicher Artikel- und Partnernummer können auch zusätzliche Funktionalitäten wie elektronische Signaturen für Fakturen und Gutschriften und Archive für die Belege genutzt werden.

Weitere Informationen
CoSeMat

Ansprechpartner:
Werner Zwingmann
Egger Holzwerkstoffe
Mail: Werner.Zwingmann@egger.com